
Beschäftigte / Beschäftigter (m/w/d) im Bereich Radikalisierungsprävention bei der Justizvollzugsanstalt Köln in unbefristeter Teilzeit (50%)
Stellenbeschreibung und Anforderungsprofil für eine Stelle als Beschäftigte/r im Bereich Radikalisierungsprävention bei der Justizvollzugsanstalt Köln
A. Stellenbeschreibung
I. Funktionsbezeichnung
Beschäftigte oder Beschäftigter im Bereich der Radikalisierungsprävention in der Justizvollzugsanstalt Köln zur fachkundigen Betreuung und Begleitung von Inhaftierten. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Personen, die aufgrund persönlicher Krisen, Orientierungslosigkeit oder sozialer Ausgrenzung besonders anfällig für politische oder religiöse Radikalisierung sein könnten. Dabei steht insbesondere die Förderung der Resilienz gegenüber extremistischen Einflüssen sowie die Unterstützung von Distanzierungsprozessen bei extremistischen Inhaftierten im Fokus der Arbeit.
Die Stelle umfasst 50 % der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit. Die Tätigkeit umfasst die Betreuung und Behandlung von Straf- und/oder Untersuchungsgefangenen.
Das Arbeitsverhältnis richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder Sozial- und Erziehungsdienst (TV-L S) und der ihn ergänzenden Tarifverträge. Die Eingruppierung erfolgt in die Entgeltgruppe (EG) S 15.
II. Beschreibung der Behörde
Die JVA Köln ist mit ca. 1200 Haftplätzen die größte Justizvollzugsanstalt des Landes NRW. Sie ist eine Anstalt des geschlossenen und offenen Vollzuges und zuständig für die Vollstreckung von Straf- und Untersuchungshaft an männlichen und weiblichen Gefangenen.
B. Aufgaben
Zu den Aufgaben gehören insbesondere:
- Entwicklung und Umsetzung präventiver Angebote zur Verhinderung des Einstiegs in extremistische Gruppierungen,
- die Einzelberatung einstiegsgefährdeter und ausstiegwilliger Inhaftierter und deren Angehörige,
- die Kooperation mit
- dem Fachbereich Radikalisierungsprävention im Justizvollzug Nordrhein-Westfalen
- Aussteigerprogrammen in staatlicher und zivilgesellschaftlicher Trägerschaft,
- Migrationsfachdiensten der freien Wohlfahrtsverbände,
- Ausländerbehörden und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und anderen externen Behörden und Einrichtungen,
- der Aufbau eines Netzwerkes zur Prävention des Einstiegs in extremistische Gruppierungen,
- Unterstützung und Beratung von Bediensteten bei Fragen zur Radikalisierung,
- die Mitwirkung bei der Aus- und Fortbildung der Bediensteten zum Themenschwerpunkt Radikalisierung und Extremismus,
- die Mitwirkung bei der Aufstellung Durchführung und Weiterentwicklung von Vollzugsplänen,
- die Mitwirkung an sonstigen vollzuglichen Entscheidungen und Teilnahme an Vollzugskonferenzen,
- die Mitwirkung bei Psychosozialer Krisenintervention,
- die Mitwirkung bei der Mediation bei kultur- und/oder sprachbedingten Konflikten,
- die Mitwirkung bei der Entwicklung niedrigschwelliger, sprachungebundener Betreuungs-, Beschäftigungs- und Freizeitangebote,
- die Mitwirkung bei der Organisation der Zusammenarbeit mit Anstaltsgeistlichen und Vertretern verschiedener Religionen und Kirchen sowie mit ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern,
- Mitwirkungsaufgaben können bei fachlichem Bezug auch zur federführenden Erledigung übertragen werden,
- Mitwirkung in anstaltsinternen Konferenzen und Arbeitsgruppen (intern),
- Mitwirkung in fachspezifischen Arbeitsgruppen (extern).
C. Anforderungsprofil
I. Fachkompetenz / Methodische Anforderungen
Die Bewerberin / der Bewerber
- verfügt über ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Bachelorgrad, Diplomgrad mit dem Zusatz Fachhochschule (FH) oder ein anderer gleichwertiger Abschlussgrad) vorzugsweise in den Fachrichtungen Erziehungs-, Sozial- oder Politikwissenschaften, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Islamwissenschaft, Islamische Religionspädagogik, Islamische Theologie, Religionswissenschaften oder mit einem inhaltlich vergleichbaren Abschluss in einer verwandten Disziplin.
- besitzt eine Affinität zur Präventionsarbeit im Themenkomplex Radikalisierung und Extremismus.
- besitzt ausgeprägte soziale und interkulturelle Kompetenzen.
- beherrscht die deutsche Sprache sicher in Wort und Schrift.
Hilfreich sind Kenntnisse und Erfahrungen in der Beratung von Jugendlichen und Erwachsenen, insbesondere durch Biografie- und Beziehungsarbeit. Ebenso hilfreich sind Erfahrungen in der Durchführung von Gruppenmaßnahmen, in welt- und sozialpolitischen Zusammenhängen und deren Auswirkungen auf den Justizvollzug sowie in Projekten zur Prävention von Radikalisierung, im Sozial- und Case Management, in der Suchtberatung, in der Krisenintervention und in der modernen Informationstechnik. Fremdsprachenkenntnisse in arabischer, persischer, türkischer und/oder kurdischer Sprache sind von Vorteil.
II. Persönliche Anforderungen / Soziale Kompetenz
Die Bewerberin / der Bewerber
- gestaltet seine Berufsrolle aktiv, handelt ziel- und ergebnisorientiert,
- respektiert und nutzt Kompetenzen anderer,
- arbeitet kooperativ im Team,
- kann situationsangemessen mit Nähe und Distanz umgehen,
- nutzt Konflikte konstruktiv,
- arbeitet an Veränderungsprozessen aktiv mit,
- erkennt die Fähigkeiten und Ressourcen anderer und kann motivieren,
- verfügt über die Bereitschaft zur Einarbeitung in ein fachfremdes Gebiet und zur Aneignung der grundlegenden Kenntnisse über die Bestimmungen im Justizvollzug,
- bringt die Bereitschaft zur Fortbildung, Selbstreflexion und Supervision mit,
- verfügt über Verantwortungsbewusstsein, Vertrauenswürdigkeit und Loyalität,
- bringt die Bereitschaft zu regelmäßigen Dienstreisen mit.
Eine Abbildung der Vielfalt in unserer Gesellschaft bei unseren Beschäftigten ist uns wichtig. Deshalb sind Bewerbungen von Menschen unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft, Nationalität, Geschlecht, geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung, Religion, Weltanschauung oder sozialer Herkunft ausdrücklich willkommen.
Das Land Nordrhein-Westfalen bemüht sich um die Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen. Bewerbungen geeigneter schwerbehinderter und gleichgestellter behinderter Menschen im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IX sind daher ebenfalls ausdrücklich erwünscht.
Sie haben Interesse?
Ihre vollständige Bewerbung richten Sie bitte mit aussagekräftigen Unterlagen an die Leiterin der JVA Köln, Rochusstr. 350, 50827 Köln, oder per E-Mail an das Postfach bewerbung@jva-koeln.nrw.de.
Der Bewerbung sind beizufügen:
- eine Ablichtung der Geburtsurkunde
- ein tabellarischer Lebenslauf
- ein Nachweis über das abgeschlossene Studium
- Erklärung Vorstrafen (s. Anlagen)
- Erklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse (s. Anlagen)
Einsendeschluss ist der 11.06.2026 (Posteingang).
Art des Abschlusses
- Abgeschlossene Berufsausbildung / Lehrabschluss
- Abschluss Hochschule / Duales Studium / Berufsakademie
