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Sozial- oder Geisteswissenschaftler/innen als Beschäftige/r im Bereich Radikalisierungsprävention im Justizvollzug (m/w/d)

Sozial- oder Geisteswissenschaftler/innen als Beschäftige/r im Bereich Radikalisierungsprävention im Justizvollzug (m/w/d)

locationAm Schmalenhof 6, 42369 Wuppertal, Deutschland
Duales Studium

A. Stellenbeschreibung


I. Funktionsbezeichnung

Beschäftgte oder Beschäftigter im Bereich der Radikalisierungsprävention in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf zur Unterstützung bei der fachkundigen Betreuung und Begleitung von Inhaftierten aus muslimisch geprägten Kulturkreisen, insbesondere von Personen, die aufgrund persönlicher Krisen, Orientierungslosigkeit oder sozialer Ausgrenzung von religiöser Radikalisierung gefährdet sein könnten, durch Förderung der Resilienz gegenüber extremistischen Einflüssen und der Klärung religiöser Fragen.

Das Arbeitsverhältnis richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder Sozial- und Erziehungsdienst (TV-L S) und der ihn ergänzenden Tarifverträge. Die Eingruppierung erfolgt in die Entgeltgruppe (EG) S 15.


II. Beschreibung der Behörde

Die Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf verfügt derzeit über 506 Haftplätze und ist eine Einrichtung des geschlossenen Jugendvollzuges. Es besteht im Einzelnen folgende Zuständigkeit:

  • junge männliche und weibliche Straf- und Untersuchungsgefangene
  • Sozialtherapeutische Abteilung

B. Aufgaben

Zu den Aufgaben gehören insbesondere:

  • die Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Betreuung von muslimischen Gefangenen,
  • die Entwicklung und Umsetzung präventiver Angebote zur Verhinderung des Einstiegs in islamistische Gruppierungen,
  • die Einzelberatung einstiegsgefährdeter und ausstiegwilliger Gefangener und deren Angehörige,
  • Kontaktpflege zu muslimischen Gemeinden und Vereinen,
  • die Kooperation mit
    • dem Fachbereich Radikalisierungsprävention im Justizvollzug Nordrhein-Westfalen,
    • Aussteigerprogrammen in staatlicher und zivilgesellschaftlicher Trägerschaft,
    • Migrationsfachdiensten der freien Wohlfahrtsverbände,
    • Ausländerbehörden und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und anderen externen Behörden und Einrichtungen,
  • der Aufbau eines Netzwerkes zur Prävention des Einstiegs in islamistische Gruppierungen,
  • die Mitwirkung bei Unterstützung und Beratung von Bediensteten bei interkulturellen und religiösen Fragen,
  • die Mitwirkung bei der Aufstellung Durchführung und Weiterentwicklung von Vollzugsplänen,
  • die Mitwirkung an sonstigen vollzuglichen Entscheidungen und Teilnahme an Vollzugskonferenzen,
  • die Mitwirkung bei der Aus- und Fortbildung der Bediensteten der Justizvollzugseinrichtung,
  • die Mitwirkung bei Psychosozialer Krisenintervention,
  • die Mitwirkung bei der Mediation bei kultur- und sprachbedingten Konflikten,
  • die Mitwirkung bei der Entwicklung niedrigschwelliger, sprachungebundener Betreuungs-, Beschäftigungs- und Freizeitangebote,
  • die Mitwirkung bei der Organisation der Zusammenarbeit mit Anstaltsgeistlichen und Vertretern verschiedener Religionen und Kirchen sowie mit ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern,
  • Mitwirkungsaufgaben können bei fachlichem Bezug auch zur federführenden Erledigung übertragen werden,
  • Mitwirkung in anstaltsinternen Konferenzen und Arbeitsgruppen (intern),
  • Mitwirkung in fachspezifischen Arbeitsgruppen (extern).

C. Anforderungsprofil


I. Fachkompetenz/Methodische Anforderungen

Die Bewerberin / der Bewerber

  • ist Sozial- oder Geisteswissenschaftlicher o.ä. mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium (Bachelorgrad, Diplomgrad mit dem Zusatz Fachhochschule
    (FH) oder ein anderer gleichwertiger Abschlussgrad) vorzugsweise in den Fachrichtungen Erziehungs-, Sozial- oder Politikwissenschaften, Soziale Arbeit, Islamwissenschaft, Islamische Religionspädagogik, Islamische Theologie, Islamische Studien, Religionswissenschaften, oder mit einem inhaltlich vergleichbaren Abschluss in einer verwandten Disziplin,
  • hat vertiefte Kenntnisse über den Islam, seine verschiedenen Ausprägungen und die islamische Religionspraxis sowie über die kulturellen Gegebenheiten in muslimisch geprägten Ländern,
  • besitzt eine hohe Affinität zur Präventionsarbeit im Themenkomplex Islamismus /Salafismus,
  • beherrscht die deutsche Sprache sicher in Wort und Schrift.
  • Fremdsprachenkenntnisse in arabischer (bevorzugt), französischer und/oder türkischer Sprache jeweils in Wort und Schrift sind wünschenswert.
  • Hilfreich sind Kenntnisse und Erfahrungen in der Beratung von und Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen, im Bereich der islamischen Religionspädagogik, in der Durchführung von Freitags- und Festtagsgebeten (oder die Bereitschaft, sich die notwendigen Kenntnisse anzueignen), in welt- und sozialpolitischen Zusammenhängen und deren Auswirkungen auf den Justizvollzug, in Projekten zur Prävention von Radikalisierung, im Sozial- und Case Management, in der Sucht- und Migrationsberatung, in der Krisenintervention und in der modernen Informationstechnik.


II. Persönliche Anforderungen/Soziale Kompetenz

Die Bewerberin/ der Bewerber

  • gestaltet seine Berufsrolle aktiv, handelt ziel- und ergebnisorientiert,
  • respektiert und nutzt Kompetenzen anderer,
  • arbeitet kooperativ im Team,
  • kann situationsangemessen mit Nähe und Distanz umgehen,
  • nutzt Konflikte konstruktiv,
  • arbeitet an Veränderungsprozessen aktiv mit,
  • erkennt die Fähigkeiten und Ressourcen anderer und kann motivieren,
  • verfügt über die Bereitschaft zur Einarbeitung in ein fachfremdes Gebiet und zur Aneignung der grundlegenden Kenntnisse über die Bestimmungen im Justizvollzug,
  • bringt die Bereitschaft zur Fortbildung, Selbstreflexion und Supervision mit,
  • verfügt über Verantwortungsbewusstsein, Vertrauenswürdigkeit und Loyalität,
  • bringt die Bereitschaft zu regelmäßigen Dienstreisen mit.

Wir als Arbeitgeber:

Arbeiten bei der Justiz.NRW bedeutet Arbeiten mit Sinn. Bei 204 Gerichten, 19 Staatsanwaltschaften und drei Generalstaatsanwaltschaften, 36 Justizvollzugseinrichtungen, fünf Jugendarrestanstalten und 19 Dienststellen des ambulanten Sozialen Dienstes sorgen rund 40.000 Menschen dafür, dass Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Recht kommen und der Rechtsfrieden in der Gesellschaft gewahrt wird. Ob Ärztin / Arzt, Justizfachwirtin / Justizfachwirt oder Wirtschaftsreferentin / Wirtschaftsreferent, ob Ausbildung, duales Studium oder direkter Berufseinstieg oder -wechsel – wir bieten vielfältige Tätigkeitsfelder und Karrieremöglichkeiten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren außerdem von unterschiedlichen Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung, einer guten Work-Life-Balance, sicheren Arbeitsplätzen und der Möglichkeit der Verbeamtung bei Erfüllen der beamtenrechtlichen Voraussetzungen.

Die Justiz.NRW steht für Chancengleichheit und begrüßt Bewerbungen aus allen Teilen der Gesellschaft. Wir fördern insbesondere die berufliche Entwicklung von Frauen. Sie werden nach dem Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern für das Land Nordrhein-Westfalen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, soweit nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen. Die Justiz.NRW sieht sich der Gleichstellung von schwerbehinderten und nicht schwerbehinderten Beschäftigten in besonderer Weise verpflichtet und begrüßt deshalb ausdrücklich Bewerbungen von Menschen mit Behinderung. Bei gleicher Eignung werden Bewerbungen schwerbehinderter Menschen und gleichgestellter behinderter Menschen, vorbehaltlich gesetzlicher Regelungen, bevorzugt berücksichtigt. Auch Bewerbungen von Menschen jeglicher geschlechtlichen Identität und von Menschen mit Einwanderungsgeschichte werden von uns unterstützt und sind ausdrücklich erwünscht.

Art des Abschlusses

  • Abschluss Hochschule / Duales Studium / Berufsakademie

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